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Rocker beerdigen einen Bruder

TREFFEN Motorradclubs kommen zur Beisetzung – Korso durch die Stadt. Die Rocker trafen sich im Lindenhof in Neusüdende. Die Polizei begleitete den Korso.

Bilder: Torsten von Reeken (NWZ)

VON THORSTEN KUCHTA

OLDENBURG/NEUSÜDENDE - Nadorster Straße, Montag, 11.15 Uhr: Ein Polizeifahrzeug mit Blaulicht nähert sich der Kreuzung Melkbrink/Lambertistraße. Ein Donnern liegt in der Luft. Etwa 50 schwere Maschinen folgen dem Polizei-Bulli im Konvoi, darauf Männer in Lederjacken und Kutten mit Clubsymbolen. Der Korso biegt links ab, zieht über die Wilhelmshavener Heerstraße zum Waldfriedhof Ofenerdiek. "Wir erweisen damit unserem Bruder Bodo die letzte Ehre", sagt "Röbie", President des Motorradclubs "Red Devils Oldenburg".

Rockerbeerdigung in Oldenburg: Das rief bei manchem Passanten Erinnerungen an den Herbst vorigen Jahres wach, als die Polizei eine Party der "Red Devils" im Kaffeehaus Bürgerbusch mit einem Riesenaufgebot an Beamten begegnete. Hintergrund war der damals lodernde Konflikt zwischen den mit den "Devils" freundschaftlich verbundenen "Hell’s Angels" und den verfeindeten "Bandidos", der im Mai 2007 ein Todesopfer gefordert hatte. Damals aber ging die Oldenburger Party friedlich über die Bühne. Wie das Rocker-Treffen am Montag auch. "Wir sind keine Chorknaben", sagt Devils-President Röbie, "aber wir werden oft in eine Ecke gestellt und möchten uns heute von einer anderen Seite präsentieren".

Das verstorbene "Devils"-Mitglied Bodo "hatte bei uns eine Familie gefunden", sagt Röbie, "und die Familie kommt zur Beerdigung – wir lassen keinen allein." So kamen befreundete Clubs aus dem In- und Ausland; darunter "Hell’s Angels", "Alte Garde" und "Red Devils" aus anderen Städten. Etwa 200 Rocker trafen sich vor dem Korso im ehemaligen "Lindenhof" in Neusüdende, tranken Kaffee, begrüßten sich herzlich und erinnerten an den verstorbenen Bruder – "wir sind alle dabei auf Bodos letztem Weg", sagt Röbie.

Mit organisiert hatte das der "Supporter Club" der "Devils" – Anwärter auf eine Mitgliedschaft ("Member"), entweder "Hangarounds", die zum ersten Mal hereinschnuppern, oder "Prospects" – die Vorstufe zum "Member", der allein das Club-Emblem auf der Kutte hat.

Für die Polizei war ihr Einsatz "reine Verkehrslenkung", wie ein Beamter sagte. Richtigen Ärger habe es mit den Rockern in Oldenburg noch nie gegeben, berichtete er.

Quelle: NWZ Online

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